Au revoir Dinklage! Bonjour La Rochelle!!

Von Dinklage nach La Rochelle ging es für unseren Auszubildenen Christian Hoffmann. La Rochelle ist eine verträumte Hafenstadt im Süd-Westen von Frankreich, welche Christian im Rahmen eines Austauschprogramms der Handwerkskammer besuchen durfte. An diesem Austausch nahmen neben Christian noch sechs weitere Auszubildene teil, darunter ein weiterer angehender Bäckergeselle.

„Au revoir Dinklage! Bonjour La Rochelle!“ – hieß es dann für unseren Auszubildenen, Christian, nachdem er das Flugzeug betrat, in Paris landete und dort umstieg in den Zug der ihn an die französische Küste bringen sollte. In La Rochelle angekommen wurde zunächst die Unterkunft bezogen und sich dann zeitig schlafen gelegt, schließlich muss man auch in Frankreich als Bäcker früh raus! Allerdings ticken die Uhren in Deutschland doch etwas anderes als bei unserem Nachbaren konnte unser angehender Glücksschmied Christian feststellen, denn hier war Arbeitsbeginn erst um 5 Uhr morgens, nicht wie in der Heimat zwischen 10 Uhr nachts und 2 Uhr morgens. Der einzige Störfaktor war der Arbeitsweg, den er mit dem Fahrrad zurücklegen musste, bei dem er unter nicht ganz so optimalen Bedingungen über 7 Kilometer bergauf und -ab fahren musste.

In der französischen Bäckerei einem einiges vertraut vor, anderes war völlig anders. Hätte einer von euch vorher schon mal darüber nachgedacht, dass es ein eigenes Mehl nur für die Herstellung von Baguettes gibt? Oder, dass man dort unwahrscheinlich viele Pizzen backen muss? Das hätte man doch eher Italien zugeordnet. Auch werden hier manche Produkte ganz anders hergestellt als bei uns, wie z.B. der Plunder oder der Apfelkuchen. Brote sind eher eine Randerscheinung in der französischen Esskultur, einzig das Baguette findet hier großen Anklang und werden quasi im Akkord produziert.

Was ist das Schöne am Beruf des Bäckers? Man hat früh Feierabend! Was ist noch schöner? Bäcker in Frankreich sein! Dort hatte unser Christian nämlich nach ca. 6 Arbeitsstunden Feierabend, sodass er mittags schon ausreichend Zeit hatte um La Rochelle mit seinem geborgten Drahtesel zu erkunden. Der Atlantik bietet der Stadt eine atemberaubende Kulisse, den kleinen Gassen und die salzige Note des Meeres in der Nase während man am Strand flaniert landen einem regelrecht zu träumen ein… und die gute Seeluft macht natürlich auch hungrig! Gastronomisch kann man sich in La Rochelle bestimmt austoben, aber Schlickermäulchen Christian konnte man wohl eher mit einem Crêpe begeistern, als für einen Sparziergang über den Fischmarkt. Ein Highlight während der Zeit in Frankreich war auf jeden Fall für die Azubis der Turn mit einem Segelboot über das offene Meer, wo Christian selbstsicher das Boot lenken durfte.

Alles hat ja bekanntlich ein Ende, nur der Austausch nach La Rochelle leider ein sehr abruptes. Auf Grund der Maßnahmen in Frankreich zur Eindämmung des Covid-19 Virus wurden die deutsche Austauschgruppe wieder zurück in die Heimat geschickt. Der Rückweg stellte sich auf Grund der Tatsache, dass der Flugverkehr eingestellt wurde, etwas kompliziert dar und zog sich Dank der ständigen Kontrolle durch die französischen Behörden extrem in die Länge. Nach ca. 20 Stunden Zugfahrt war dann aber das Ziel erreicht und alle konnten gesund und munter wieder von ihren Heimatbetrieben in Empfang genommen werden.